Jan Hegenberg - Untot auf Urlaub

Zuerst sei einmal gesagt, dass ich ein großer Fan von Jan Hegenberg bin und seine Musik an sich sehr gern mag, aber dieses Albun finde ich absolut UNTER ALLER SAU!
Doch ersteinmal zu den einzelnen Songs:
1. Wir sind Gamer!
Dieser Song klingt (wie die meisten auf diesem Album) sehr verkrampft und erzwungen. Er soll eigentlich gegen das Vorurteil angehen, Gamer seien nur kleine, dicke Kinder, die im Keller vorm PC hocken und eigentlich alle umbringen wollen, tut dies aber (wenn überhaupt) eher schlecht, als recht. Das einzige, was dieser Song tut, ist dem Zuhörer (schlecht) buchstabieren beizubringen und Gamer als dumm darzustellen ("Wir sind G-A-M-E-R, ihr seid L-A-M-E-R", "wir sind N-O-R-M-Al"). Des weiteren werden Gamer hier "nur" als normal dargestellt und nicht, wie z.B. in Gamer sind geil als gut, oder sogar besser. Dies zeugt nicht gerade von Selbstbewustsein.
2. Ich wär so gern
Ja, was soll man zu diesem Track sagen? Jan wäre gern ein Präsident, oder Rockstar, weil Präsidenten und Rockstars alles "*piep*-en". Dieser Song ist textlich unter aller Sau und erinnert an den (schon lange überholten) Trend, irgendwelchen nonverbalen Müll von sich zu geben, den auch der letzte Hartz 4 Assi noch nach der zehnten Dose 5,0 mitgrölen kann. Ich denke, da kann Jan von seinen Fans (die auch Tracks wie Balea auswendig mitsingen können) intellektuell mehr erwarten.
3. Shakes and Fidget
Ein Song über 2 Comic-WoW-Figuren. Ok, thematisch ist das für Jan Hegenberg nicht weit weg geholt, aber Textlich hätte man da wesentlich mehr heraus holen können, als zwei Strophen in denen jeweils ein Charakter beschrieben und einen Refrain, bei dem nur ein paar mal "Shakes and Fidget" wiederholt wird.
4. Die Horde rennt (non epic rock version)
Ja, ein guter alter Hegenberg-Klassiker in neuem Gewand. Da kann man doch eigentlich nicht viel verkehrt machen, oder? Nun, so ziemlich alles, was man verkehrt machen konnte, wurde verkehrt gemacht. Die Musik passt überhaupt nicht zum Text und da der Song auf praktisch die gleiche Art gesungen wurde, wie das Original, passt die Musik genausowenig zum Gesang.
5. Untot auf Urlaub
Der Titelsong zum Album und zur Abwechslung kann ich nicht viel gegen diesen Song sagen, außer dass es mir vorkommt, als hätte der Albumtitel festgestanden, bevor dieser Track geschrieben wurde, deshalb klingen die Strophen doch sehr erzwungen.
6. Fassbier und Paladosen
Hier kommt es mir so vor, als wollte Jan unbedingt in die Anti-Paladin-Kerbe haun. Allerdings ist ihm zu dem Thema anscheinend nichts eingefallen, da sich Refrain (anti-Pala) und Strophen (pro-Pala) einfach widersprechen und die Aussage des Textes gleich null ist.
7. Hallo Hand
Ein Song über Masturbation. Eigentlich würde ich jetzt "Nuff said" schreiben, wenn ich nicht unbedingt was dazu loswerden müsste. Bei Songs wie Schöne Frauen oder Männerballade wurde die Aussage noch in einen lustigen Text verpackt, oder mit einer Moral versehen. Hier lautet die Aussage einfach nur "Wenn du keine abbekommst, hol dir einen runter.". Nicht lustig, kein schöner Text, keine schöne Melodie, einfach unnötig.
8. Aus Feuer war der Geist geschaffen (trad.)
Ein Traditional in einer mMn sehr schönen Version, nur die "lalala"s täten nicht Not. Schade, dass das einige wirklich gute Lied auf diesem Album nichtmal ais Jans Feder stammt.
9. Nichts gelernt (Die Leere nach Winnenden)
Ich hatte bisher nciht viel Gutes zu den Lieden zu sagen. Jetzt habe ich garnichts mehr Gutes. Ich VERACHTE dieses Lied! Wie kann jemand, der selbst in der Gaming-Community ist, der wahrscheinlich selbst viele Meinungen zu "Schoolshootings" und zur Berichterstattung über diese Themen in Foren oder auf Blogs liest, so schamlos mit diesem Thema umgehen? "Eene, meene, miste, heut' rappelt's in der Kiste". Wirklich? WIRKLICH!? Dies ist mehr, als nur Niveaulos. Selbst Eisregen, die sehr gerne mit ihren Texten schockieren, haben mit ihrem Song "17 Kerzen am Dom" mehr Anstand bewiesen. Einfach geschmacklos.
10. DVD-Song 2004 / 11. Der alte Mann 2004
Beides Stücke, die es schon vor diesem Album gab. Ich habe ncihts an ihnen auszusetzen.
Gesamteindruck
Ich möchte nciht nochmal auf die Textlichen unzulänglichkeiten hinweisen, da ich dies schon zu genüge getan habe. Zum Gesamtkonzept dieses Albums kann ich nur sagen, dass es einfach zu viele Gamer-Songs sind. Ich weis, dass Jan mit sowas bekannt geworden ist, aber mMn sind seine besten Songs die, in denen es um alltägliche und banale Sachen geht. Es scheint mir, als wenn er einfach versucht hätte, auf Krampf das Thema Games und vor allem WoW zu bedienen, was er bisher nicht getan hat und es auch nicht musste.
Bleibt mir noch zu hoffen, dass Jan mit dem nächsten Album wieder zu seiner alten Form zurück findet.
Asaheil ok vana
walk3r
